Gut Herberhausen ist der Name eines ehemaligen Rittergutes im Detmolder Ortsteil Hakedahl. Die Geschichte des Gutes lässt sich bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen. Von dem Gebäudeensemble sind acht Objekte in der Denkmalliste der Stadt Detmold eingetragen.

 

Die erste urkundliche Erwähnung findet sich im Lehnsregister von 1411. Das Ministerialiengeschlecht von dem Busche (auch: von dem Bussche) wird als Besitzer des Niedernhof zu Herbergehusen geführt. Als letzter aus der Detmolder Linie vererbte Alhard von dem Busche († 1512) seine Lehen an seinen Schwiegersohn Heidenreich von Exterde.

 

Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts blieb das Gut im Familienbesitz. Mittlerweile hoch verschuldet, wurde es 1760 zwangsversteigert. Den Zuschlag erhielt der Notar Sölter, der das Gut im Auftrag der Grafen zur Lippe, Ludwig Henrich Adolph und Wilhelm Albrecht Ernst zu Brake, erwarb. Nachdem diese den Kaufpreis nicht aufbringen konnten, übernahm es 1761 die mitbietende Oberamtmännin Hornhardt zusammen mit ihrer Tochter, der Amtmännin Niemeier, für 27.050 Reichstaler. Nach dem Tod der Oberamtmännin am 4. September 1776 fiel das Anwesen an ihre Tochter. 1861 gelangte durch Eheschließung zwischen Friedrich August Niemeyer (* 1826) und Clementine Karoline Henriette Becker das Gut Röhrentrup nördlich von Detmold ebenfalls in Familienbesitz. Am 27. September 1904 vermählte sich Heinrich Christian Eberhard Niemeyer mit Erika Gertrud Freyer und bewohnte mit ihr fortan das Gut Röhrentrup. Gut Herberhausen wurde verpachtet, zuerst an einen Landwirt aus Schötmar, später an die Stadt Detmold. Als letzter Niemeyer starb im Januar 1926 Heinz Friedrich August Reinhard Gunther im Alter von 14 Jahren. Seine verwitwete Mutter hatte zwei Jahre zuvor einen Lehrer ihres Sohnes, Hermann Friedrich Middendorp, geheiratet. Nach dem Tod der Frau ging das Gut damit in den Besitz der Middendorps über. Middendorp überlebte seine Frau um zwei Jahre und starb 1956. Herberhausen vermachte er seinen vier Geschwistern.

 

Bis in die 1980er Jahre wurde auf dem Gut Landwirtschaft betrieben. Seit 1999 befindet es sich im Besitz der Stadt Detmold, die sich seitdem um die Sanierung kümmert.

 

Im Flurbuch von Herberhausen war die Größe des Rittergutes mit 130 ha, 51 Ar und 41 m² angegeben. Es erstreckte sich vor allem in Nord-Süd-Richtung. Im 20. Jahrhundert wurde das Gelände durch den Fliegerhost und Industrie- und Wohnsiedlungen im Südwesten sowie Siedlungsbau in Richtung Hakedahl, wozu insbesondere die ehemalige Nato-Siedlung am Apenberge zählt, verkleinert.

 

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